Kurzinfo

Hepatitis E ist eine Leberentzündung, die durch das Virus HEV übertragen wird. Sie kommt in Deutschland eher selten vor.

Die meisten Infektionen passieren bei Reisen in Länder und Regionen, in denen Hepatitis E weit verbreitet ist (Balkanländer, Mittlerer Osten, Nord- und Westafrika, Mittel- und Südamerika, Indien).

Die Hepatitis E ist für schwangere Frauen sehr gefährlich.

Verlauf

Wie die Hepatitis A verschwindet die Hepatitis E normalerweise von alleine wieder, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.

Allerdings kann Hepatitis E für schwangere Frauen sehr gefährlich sein. Bei ungefähr jeder fünften Schwangeren mit Hepatitis E kommt es zu einem schweren Verlauf mit Leberversagen. Es besteht dann Lebensgefahr.

Übertragung

Die Hepatitis wird in Ländern mit unzureichenden hygienischen Bedingungen vor allem durch verunreinigtes Wasser und Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Muscheln und Speiseeis übertragen.

In Industrieländern erfolgt die Infektion meist über nicht ausreichend durchgegartes Fleisch oder Innereien von Hirschen und Wildschweinen oder Hausschweinen (vor allem Schweineleber).

Schutz

Gegen Hepatitis E gibt es keine zugelassene Impfung. Gerade schwangere Frauen sollten daher versuchen, Infektionsrisiken zu vermeiden.

Das Risiko einer Hepatitis-E-Infektion lässt sich vermindern, indem man auf Reisen in Ländern mit schlechten Hygienebedingungen Wasser abkocht und auf Eiswürfel, Meeresfrüchte, rohes Fleisch und Fisch verzichtet. Außerdem sollte man nur abgefüllte Getränke konsumieren und kein Speiseeis essen. Vorsicht auch bei Früchten und rohem Gemüse, selbst wenn es mit Leitungswasser gewaschen wurde.

In Deutschland empfiehlt es sich, Wild Fleisch und Innereien von Wildschweinen, Hirschen und Hausschweinen (vor allem Schweineleber) nur gut durchgegart zu essen oder während der Schwangerschaft ganz darauf zu verzichten.

Anders als bei der Hepatitis A hinterlässt eine durchgemachte Hepatitis E keine Immunität. Man kann sich also immer wieder infizieren.

Therapie

Gegen Hepatitis E gibt es keine Therapie. Die Krankheit heilt normalerweise von alleine aus, ohne Schäden zu hinterlassen. Anders ist das bei schwangeren Frauen.

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Kurzinfo

Hepatitis D ist eine Leberentzündung, die durch das Virus HDV verursacht wird. Sie kommt in Deutschland nur selten vor.

Verlauf

Eine Hepatitis D kann den Verlauf einer Hepatitis B stark verschlimmern.

Übertragung

Hepatitis D wird durch Blut übertragen. Betroffen sind in Deutschland fast ausschließlich Menschen, die sich Drogen spritzen. Beim Sex wird Hepatitis D nur sehr selten übertragen.

Hepatitis D kann nicht alleine auftreten. Das Hepatitis-D-Virus braucht zur Vermehrung das Hepatitis-B-Virus.

Schutz

Einen Impfung gegen Hepatitis B schützt automatisch auch gegen Hepatitis D. Menschen, die sich Drogen spritzen sollten stets nur ihr eigenes Spritzbesteck verwenden – auch um sich vor Hepatitis B und C, HIV und anderen Infektionen zu schützen.

Diagnose

Hepatitis D wird durch einen Bluttest festgestellt.

Therapie

Eine zuverlässige Behandlung gegen Hepatitis D gibt es zurzeit noch nicht.

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Kurzinfo

Die Hepatitis C ist eine Leberentzündung, die durch das Virus HCV verursacht wird. Wenn sie nicht frühzeitig behandelt wird, verläuft sie häufig chronisch, das heißt die Krankheit wird zum Dauerzustand. Die gesundheitlichen Folgen können dann schwerwiegend sein, in manchen Fällen besteht Lebensgefahr.

Bei Menschen mit HIV verläuft die chronische Hepatitis C in der Regel schneller, und es kommt häufiger zu einem Leberversagen. Manche HIV-Positive sprechen schlechter auf die Hepatitis-C-Therapien an.

HIV-Infizierte scheinen außerdem ein höheres Risiko zu haben, sich beim Sex mit Hepatitis C zu infizieren. Das betrifft vor allem Männer, die Sex mit Männern haben.

Verlauf

Die erste Phase der Krankheit verläuft meistens ohne Beschwerden. Deswegen wird die Hepatitis C häufig erst spät erkannt. In manchen Fällen treten Krankheitszeichen wie bei einer Grippe auf.

Dazu gehören möglicherweise Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Schmerzen im oberen Bauchraum, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. In manchen Fällen entwickelt sich eine so genannte Gelbsucht: Augen und Haut färben sich gelb, der Urin wird dunkler, der Kot heller.

Etwa ein Viertel der Infektionen geht von alleine wieder vorbei. Etwa drei Viertel der Infektionen mit HCV verlaufen aber chronisch. Auch dann ruft die Hepatitis zunächst oft keine oder nur wenige Beschwerden hervor.

Im manchen Fällen schädigt die Hepatitis das Lebergewebe besonders stark. Kommt es zu einer Leberzirrhose (Schrumpfleber) kann die Leber ihre Aufgaben immer schlechter erfüllen. Außerdem steigt dann das Risiko, dass sich Leberkrebs entwickelt.

Übertragung

Das Hepatitis-C-Virus (HCV) wird durch Blut übertragen, vor allem beim gemeinsamen Benutzen von Spritzen beim Drogenkonsum. Auch beim Sniefen (Schnupfen) oder Rauchen von Drogen kann Hepatitis C übertragen werden (über gemeinsam benutzte Röhrchen, gerollte Geldscheine oder Pfeifen von einer leicht blutenden Nasenschleimhaut auf die andere).

Ein hohes Infektionsrisiko besteht beim unprofessionell durchgeführten Tätowieren und Piercen mit verunreinigten Nadeln.

Beim Sex wird Hepatitis C nur sehr selten übertragen. Erhöht ist das Risiko, wenn Blut im Spiel ist, z. B. bei „hartem“ Sex wie dem „Fisten“. Darmsekret mit HCV-haltigem Blut kann auch vom Enddarm eines Partners auf den nächsten Partner übertragen werden: mit dem Penis oder einem Dildo (auch bei Benutzung eines Kondoms) oder mit der Hand (auch mit Handschuh).

Schutz

Wer sich Drogen spritzt, kann sich schützen, indem er auf den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen verzichtet. Beim Sniefen (Schnupfen) und Rauchen von Drogen sollte jeder nur sein eigenes Röhrchen/einen eigenen Geldschein oder die eigene Pfeife benutzen.

Tätowierungen und Piercings sollte man nur bei Profis machen lassen, die unter hygienischen Bedingungen arbeiten.

Eine Übertragung von Hepatitis C bei Sex ist selten. Bei HIV-Positiven kommt es hingegen leichter zu einer sexuellen Übertragung von Hepatitis C. Beim Sex sollte Blutkontakt vermieden werden. Kondomgebrauch beim Anal- und Vaginalverkehr oder Gebrauch von Sexspielzeug sowie Latexhandschuhe beim Fisten senken das geringe Risiko einer sexuellen Übertragung weiter. Für jeden neuen Partner ein neues Kondom/neue Handschuhe/dessen eigenes Gleitmittel verwenden, Sexspielzeug, das mit Blut in Berührung kommen kann, gründlich desinfizieren.

Gegen Hepatitis C gibt es keine Impfung. Wer schon einmal eine Hepatitis C hatte, muss sich trotzdem weiter schützen. Die Infektion hinterlässt – anders als Hepatitis A und B – keine Immunität, also keinen natürlichen Schutz vor einer neuen Ansteckung.

Diagnose

Eine Hepatitis C wird durch einen Bluttest festgestellt.

Therapie

Derzeit findet eine Revolution der Hepatitis-C-Therapie statt. Die Infektion konnte bis zum Jahr 2014 nur mit Interferon, Ribavirin und ggf. Proteaseinhibitoren behandelt werden. Diese Therapien waren mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden.

Seit 2014 stehen neue direkt auf das Virus wirkende Substanzen zur Verfügung - und in Abständen von wenigen Monaten werden zusätzliche Substanzen zugelassen. Wir fassen die Medikamente und Therapieempfehlungen übersichtlich in einer Liste zusammen. Bei Neuzulassungen oder Aktualisierungen der Leitlinien passen wir die Liste an (s. unten im Downloadbereich).

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Kurzinfo

Hepatitis B ist eine Leberentzündung, die durch das Virus HBV verursacht wird. Sie ist leicht übertragbar, vor allem beim Sex sowie durch verunreinigte Spritzen und Zubehör. Die Infektion kann chronisch werden, also dauerhaft krank machen.

Auch Menschen mit HIV sollten sich gegen Hepatitis B impfen lassen. Bei ihnen kommt die Hepatitis B häufiger vor als im Bevölkerungsdurchschnitt und sie wird häufiger chronisch. Auch eine Leberzirrhose (Schrumpfleber) kommt bei ihnen häufiger vor.

Verlauf

Zwischen Ansteckung und Erkrankung vergehen im Durchschnitt zwei bis drei Monate. Die Krankheit verläuft von Mensch zu Mensch höchst unterschiedlich. Bei bis zu zwei Dritteln der Fälle treten keine oder nur geringe Krankheitszeichen auf, die oft mit einer Grippe verwechselt werden. Bei einem Drittel kommt es zu Beginn – meist zwei bis drei Monate nach der Ansteckung– zu Beschwerden.

Dazu gehören zum Beispiel Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Hautveränderungen. Bei etwa einem Drittel der Fälle entwickelt sich dann eine Gelbsucht: Augen und Haut färben sich gelb, der Urin wird dunkler, der Kot heller.

Bei Erwachsenen wird der Körper meist selbst mit der Infektion fertig – die Beschwerden klingen nach einigen Wochen wieder ab. Manchmal aber wird die Krankheit zum Dauerzustand (chronisch) und muss behandelt werden. Wird sie nicht behandelt, kann es zu schweren Verläufen bis hin zu Leberversagen kommen.

Übertragung

Hepatitis B ist sehr ansteckend. Das Virus wird vor allem durch Blut übertragen. Es befindet sich aber in geringerer Menge auch in anderen Körperflüssigkeiten wie Speichel, Samen, Scheidenflüssigkeit, im Urin, in Tränen und in Muttermilch.

Übertragen wird es vor allem beim Sex (vaginal, anal, oral). Wenn auch Blut im Spiel ist, erhöht sich das Risiko: Für eine Ansteckung reicht schon eine winzige Menge aus, die über kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Körper gelangt.

Ein besonders hohes Risiko besteht bei der gemeinsamen Benutzung von Spritzen und Zubehör (Löffel, Filter, Tupfer), wenn Drogen gespritzt werden. Aber auch das Röhrchen zum Sniefen (Schnupfen) von Drogen wie Kokain kann über kleinste Mengen Blut Hepatitis B übertragen. Auch bei der gemeinsamen Benutzung von Zahnbürsten, Rasierern und Nagelscheren sowie beim Piercen und Tätowieren mit nicht sterilem Gerät besteht ein Risiko.

Hepatitis B kann außerdem in der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Stillen auf das Kind übertragen werden.

Schutz

Der sicherste Schutz gegen eine Hepatitis B ist die Impfung. Sie erfolgt in der Regel gemeinsam mit der Impfung gegen Hepatitis A. Empfohlen wird  die Impfung für:

  • Männer, die Sex mit Männern haben
  • Menschen mit höherem Risiko beim Sex (wechselnde Partner)
  • Menschen mit chronischen Lebererkrankungen
  • Menschen mit Kontakt zu Hepatitis-B-Kranken (zum Beispiel Krankenhauspersonal)
  • Menschen, die sich ihre Droge spritzen oder sie sniefen
  • Die Impfung ist auch für HIV-Positive möglich und empfehlenswert.

Durch Kondome lässt sich das Risiko einer Hepatitis B zwar reduzieren, aber nicht ausschließen.

Beim Drogenkonsum schützt man sich am besten, indem man nur sein eigenes Spritzbesteck und Zubehör benutzt. (siehe Safer Use)

Diagnose

Eine Hepatitis B wird durch einen Bluttest festgestellt.

Therapie

In der ersten, der akuten Phase werden lediglich die Beschwerden behandelt. Wichtig ist, auf leberschädigende Substanzen wie Alkohol, Drogen oder nicht unbedingt notwendige Medikamente sowie auf fettreiches Essen zu verzichten.

Die Behandlung der chronischen Hepatitis B dauert Monate bis Jahre, manchmal müssen die Medikamente sogar lebenslang eingenommen werden, damit sich das Virus nicht wieder vermehrt.

Bei Menschen mit HIV und Hepatitis B („Koinfektion“) muss die Therapie beider Infektionen aufeinander abgestimmt werden, da teilweise die gleichen Medikamente zum Einsatz kommen. Die Behandlung einer Koinfektion gehört immer in die Hand erfahrener Ärzt_innen.

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Kurzinfo

Hepatitis A ist die häufigste, aber auch die am wenigsten bedrohliche Form der Virus-Hepatitis. Verursacht wird sie durch das Virus HAV. Sie heilt fast immer von alleine aus und hinterlässt keine bleibenden Schäden.

Eine Impfung gegen Hepatitis A und B ist auch für Menschen mit HIV  empfehlenswert, da die Krankheit eine zusätzliche Belastung der Leber darstellt. Bei geschwächtem Immunsystem reagiert der Körper jedoch manchmal nicht ausreichend auf den Impfstoff, sodass die Impfung mit einer höheren Dosis wiederholt werden muss.

Verlauf

Zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung können oft grippeähnliche Beschwerden auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Typisch sind auch ein Druckgefühl unter dem rechten Rippenbogen sowie eine Abneigung gegen fettiges Essen und Alkohol.

Im weiteren Krankheitsverlauf färbt sich in vielen Fällen der Urin dunkel, der Kot hell. Auch eine Gelbfärbung von Haut und Augen sowie Juckreiz kommt häufig. Nach einigen Wochen heilt die Infektion von alleine aus.

Übertragung

Die Hepatitis A kommt vor allem in wärmeren Ländern vor, wo die hygienischen Bedingungen nicht so gut sind wie in Deutschland. Sie wird dort vor allem durch verunreinigtes Wasser und Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Muscheln und Speiseeis übertragen. In Deutschland kommt diese Form der Übertragung normalerweise nicht vor. Man spricht deswegen bei der Hepatitis A auch von einer „Reisehepatitis“.

Anstecken kann man sich ebenso durch verunreinigtes Spritzbesteck und Zubehör (Filter, Löffel, Wasser) beim Drogengebrauch.

Auch beim Sex ist eine Infektion möglich, vor allem bei anal-oralem Sex („Arschlecken“) oder indirekt über den Weg Anus – Finger – Mund.

Schutz

Der einzig wirksame Schutz gegen Hepatitis A ist die Impfung. Sie  erfolgt in der Regel gemeinsam mit der Impfung gegen Hepatitis B.

Wer einmal mit dem Hepatitis-A-Virus infiziert war, kann sich nicht noch einmal infizieren: Man ist dagegen immun.

Kondome verringern das Risiko einer Hepatitis-A-Infektion kaum.

Diagnose

Eine Hepatitis A wird festgestellt, indem man Antikörper gegen den Erreger im Blut nachweist.

Therapie

Gegen das Hepatitis-A-Virus selbst gibt es keine Therapie. Behandelt werden lediglich die Allgemeinsymptome der Erkrankung.

Während einer Hepatitis A sollte man auf leberschädigende Substanzen wie Alkohol, Drogen oder nicht unbedingt notwendige Medikamente verzichten.

 

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