Jemand hat eine Spritze benutzt, die zuvor wahrscheinlich schon ein HIV-Positiver benutzt hatte? In diesem Fall sollte er sich so schnell wie möglich um eine so genannte PEP kümmern.

Eine PEP ist eine medikamentöse Therapie, die meist noch verhindern kann, dass HIV sich im Körper festsetzt – man bleibt HIV-negativ. Eine PEP muss so schnell wie möglich nach dem Infektionsrisiko begonnen werden.

Ausführliche Informationen und Adressen von PEP-Ambulanzen stehen hier.

Bei anderen schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen durch Drogenkonsum gilt: Eingreifen kann Leben retten. Wenn sich jemand in Lebensgefahr befindet oder bewusstlos ist, sollte man umgehend den Notruf (112) anrufen.

Selbsthilfe- und Drogenberatungsstellen bieten außerdem Erste-Hilfe-Kurse für Drogenkonsumenten an. 

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Hygiene ist wichtig, um Infektionen und Entzündungen zu vermeiden. Auf Folgendes sollte man achten:

  • Zum Spritzen der Droge eine möglichst ruhige und saubere Umgebung suchen
  • Vor dem Spritzen gründlich die Hände waschen
  • Die vorgesehene Einstichstelle gründlich mit einem Alkoholtupfer desinfizieren
  • Nach der Injektion mit einem sauberen Zellstofftuch oder Alkoholtupfer für einige Minuten auf die Einstichstelle drücken
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Mischkonsum bedeutet, mehrere Drogen gleichzeitig zu konsumieren, also zum Beispiel zusätzlich zu Heroin oder Kokain noch Benzodiazepine (Beruhigungsmittel), Substitutionsmittel oder Alkohol.

Mehrere Drogen gleichzeitig zu konsumieren führt zu besonderen Risiken. Mischkonsum ist die häufigste Ursache von Drogennotfällen und Drogentodesfällen! Die Risiken sind unkalkulierbar, da sich die Wirkungen verschiedener Drogen gegenseitig sowohl verstärken als auch abschwächen können.

Dazu kommt noch: Je mehr Drogen man genommen hat, desto weniger ist man meistens in der Lage darauf zu achten, dass man wirklich nur die eigene Spritze und das eigene Zubehör beziehungsweise das eigene Röhrchen verwendet. Mischkonsum steigert also auch das Risiko, sich mit HIV, Hepatitis und anderen Krankheitserregern zu infizieren.

Ausführliche Informationen über Wechselwirkungen zwischen Drogen sowie zwischen Drogen und HIV-Medikamenten haben wir unter www.hiv-drogen.de zusammengestellt.

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Beim Spritzen von Heroin und anderen Drogen können sehr leicht Krankheitserreger übertragen werden. Dazu gehören zum Beispiel HIV und Hepatitis-Viren, die zu schweren Leberentzündungen führen. Auch Abszesse und Venenentzündungen können entstehen.

Vor Infektionen beim Drogenkonsum kann man sich schützen, indem man immer nur die eigene Spritze und das eigene Zubehör verwendet. Generell weniger riskant ist es, die Drogen zu sniefen (schnupfen) oder zu rauchen statt sie zu spritzen.

Aber auch beim Sniefen besteht ein Infektionsrisiko. Deswegen sollte man Röhrchen nie mit anderen gemeinsam verwenden.

Grundsätzlich sollte man beim Drogenkonsum für möglichst hygienische Bedingungen sorgen. Das vermindert das Risiko einer Ansteckung mit Viren, Bakterien und Pilzen.

Nur eigenes Spritzbesteck zu benutzen und unter möglichst hygienischen Bedingungen zu konsumieren, nennt man Safer Use.  

Safer-Use-Regeln:

  • Für jeden Druck (Injektion) die eigene, sterile Nadel und Spritze verwenden.
  • Immer nur den eigenen, sauberen Löffel benutzen. Viele Drogeneinrichtungen bieten „Stericups“ an, das sind sterile Aufkochpfännchen mit Filter.
  • Filter nur einmal benutzen. Empfehlenswert sind unbenutzte Zigarettenfilter.
    Achtung: Filter schützen nicht vor Krankheitserregern!
  • Zum Aufkochen nur steriles Wasser, frisches kaltes Leitungswasser oder Mineralwasser ohne Kohlensäure verwenden.
  • Immer das eigene Feuerzeug benutzen.

Drogen Spritzen

Blutreste an und in der Nadel sowie in der Spritze können HIV und andere Viren sowie Bakterien in hoher Konzentration enthalten, auch wenn das Blut mit bloßem Auge nicht erkennbar ist.

Deswegen sollte man immer nur das eigene Spritzbesteck benutzen. Im Idealfall nimmt man für jeden „Druck“ ein neues.

In vielen Städten gibt es Einrichtungen, wo sterile Spritzbestecke kostenlos oder für einen sehr niedrigen Preis ausgegeben werden oder wo man alte Spritzen gegen neue tauschen kann. Spritzenautomaten ermöglichen den Zugang rund um die Uhr.

Wenn es einmal unumgänglich sein sollte, ein gebrauchtes Spritzbesteck zu verwenden, sollte man es wenigstens auskochen oder desinfizieren.

Sollte auch das nicht möglich sein, empfiehlt es sich, die Droge erst mal zu sniefen statt zu spritzen. So können Entzugserscheinungen beseitigt werden, bis man sich ein neues Spritzbesteck besorgen kann.

Drogen Sniefen

Manche Drogen werden durch ein Röhrchen in die Nase gezogen, vor allem Kokain und Speed. Auch Heroin kann man „sniefen“ („Schnupfen“).

Die Risiken beim Sniefen sind geringer als beim Spritzen.

Aber Achtung: Über winzige Verletzungen in der Nasenschleimhaut, die beim Sniefen leicht entstehen, können Hepatitis-Viren an und in die Röhrchen gelangen und auf andere übertragen werden. Da die Drogen die Nasenschleimhaut reizen und verletzen können, nimmt sie die Viren dann auch besonders leicht auf.

Deswegen sollte man beim Sniefen immer nur sein eigenes Röhrchen benutzen!

Gerollte Geldscheine sollte man zum Sniefen überhaupt nicht benutzen. Sie sind meist schon durch viele Hände gewandert und oft voller Krankheitserreger.

Drogen Rauchen

Beim Rauchen von Crack oder Metamphetamin entstehen hohe Temperaturen, die zu Verletzungen der Lippen und Schleimhäute im Mund führen können. Durch die betäubende Wirkung werden solche Verletzungen erst später wahrgenommen.

Um Hepatitis C Infektionen  zu vermeiden, ist es wichtig, dass deine Crackpfeife nur in deinem Mund landet.

Saubere Utensilien für den Drogenkonsum

Krankheitserreger können nicht nur über die Spritze, sondern auch über die anderen Utensilien übertragen werden, die beim Spritzen von Drogen („Drücken“) verwendet werden. Dazu gehören Filter, Löffel und Feuerzeuge. Benutztes Werkzeug birgt vor allem ein sehr hohes Hepatitis-Risiko. Auch HIV könnte über das Werkzeug übertragen werden.

Achtung: Wasser, das beim Drücken verwendet wird, kann ebenfalls Krankheiten übertragen, denn es ist ein idealer Nährboden für Pilze und Bakterien.

Drogen mit anderen teilen

Manche Drogenkonsumenten teilen gemeinsamen „Stoff“, indem sie ihn erst aufkochen und in einer Spritze aufziehen und dann – nach den Teilstrichen auf der Spritze bemessen – weitergeben.

Dabei holt jeder Konsument seinen Anteil mit der eigenen Spritze aus der ersten Spritze heraus. Trotzdem ist diese Methode riskant. Denn wenn die erste Spritze oder Nadel, das Wasser oder der Filter bereits benutzt waren, können Viren, Bakterien und Pilze weitergetragen werden.

Um Drogen gerecht aufzuteilen gibt es nur eine hygienische Lösung: Man teilt das Pulver, und jeder sucht sich seine Portion aus. Dann benutzt jeder seine eigene Spritze und sein eigenes Werkzeug.

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