Kurzinfo

Alkohol ist in Deutschland eine Alltagsdroge. Geringe Mengen sind gesundheitlich unbedenklich, doch häufiger Alkoholkonsum kann schwere gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.

Insbesondere die Leber wird durch Alkohol auf Dauer geschädigt, ganz besonders wenn sie  durch HIV-Medikamente bereits besonders belastet ist.

Wer HIV-Medikamente einnimmt, sollte seinen Alkoholkonsum nach Möglichkeit reduzieren.

Im Rausch wächst außerdem die Gefahr, sich nicht mehr um Safer Sex und Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen zu kümmern.

Wirkung

In kleineren Mengen wirkt Alkohol anregend, entspannend und möglicherweise enthemmend. Beim Konsum von größeren Mengen treten Störungen des Denk-, Sprech- und Reaktionsvermögens auf, ebenso Bewegungs- und Gleichgewichtsstörungen. Die Fähigkeit, Risiken einzuschätzen und bewusste Entscheidungen zu treffen wird vermindert.

Trinkt man zu viel, führt Alkohol zu Übelkeit und Erbrechen, Krämpfen und Bewusstlosigkeit. Mögliche Langzeitfolgen sind unter anderem schwere Leberschäden (Leberzirrhose), Nervenschäden und psychische Probleme wie Depressionen oder Wahnvorstellungen. Es besteht die Gefahr, eine körperliche und psychische Abhängigkeit zu entwickeln.

Wechselwirkungen

Nimmt man gleichzeitig HIV-Medikamente oder andere Drogen, die die Leber belasten, steigt das Gesundheitsrisiko erheblich. Die Gefahr von Leberschäden ist bei Patienten, die Viramune® (Nevirapin) einnehmen, besonders hoch.

Besonders starke Schäden können auch entstehen, wenn die Leber schon durch eine Hepatitis (Leberentzündung) vorgeschädigt ist. Dann steigt das Risiko einer Leberzirrhose (das Endstadium chronischer Lebererkrankungen) und einer Leberkrebserkrankung.

Regelmäßiger Alkoholkonsum kann dazu führen, dass HIV-Medikamente (Protease-Hemmer und Nicht-nukleosidanaloge Reverse-Transkriptase-Hemmer) im Körper schneller abgebaut werden. Das kann zu Resistenzbildungen und letztlich der Unwirksamkeit der Therapie führen. Allerdings liegen zu diesem Effekt noch keine Studien vor.

Alkohol steigert den Wirkstoffspiegel von Ziagen® (Abacavir) erheblich, was aber wahrscheinlich keinen Effekt auf die Wirksamkeit der Therapie hat.

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