Seit 1988 wird jedes Jahr am 1. Dezember der Welt-AIDS-Tag begangen…

um die Öffentlichkeit für das Thema HIV und AIDS zu sensibilisieren, und all denen zu gedenken, die an den Folgen der AIDS-Erkrankung starben. 

Dass die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit dem Virus auch heute noch besteht, ist eine Botschaft des Welt-AIDS-Tages, der in diesem Jahr bereits zum 29. Mal stattfindet. Hierzulande finden sich das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung alljährlich zusammen, um mit einer gemeinsamen Kampagne zum Welt-AIDS-Tag Aufmerksamkeit für die Thematik zu schaffen. In diesem Jahr steht diese unter dem Motto: „Wir können positiv zusammen leben. Weitersagen!“. Die zentrale Botschaft der Aktion lautet, dass man mit HIV heute leben, lieben und alt werden kann. Ein Fakt, der leider noch nicht ins öffentliche Bewusstsein vorgedrungen zu sein scheint. Viele Menschen haben noch alte Bilder von HIV und AIDS im Kopf und verbinden die Infektion mit Krankheit, Leiden und Tod. Die Kampagne setzt daher auf Aufklärung und möchte realistische, aktuelle Bilder vom Leben mit HIV vermitteln. So sollen Berührungsängste abgebaut und gezeigt werden, dass ein positives Zusammenleben zwischen Menschen mit und ohne HIV möglich ist. Präsentiert wird die Botschaft des diesjährigen Welt-AIDS-Tages vor allem durch die Kampagnenfotos, die in den nächsten Wochen überall in Deutschland auf Plakaten zu sehen seien werden. Wie bereits im letzten Jahr sind auf diesen Menschen zu sehen, die aus ihrem Leben mit der Infektion berichten und über HIV aufklären wollen. Diesmal jedoch stehen diese nicht allein da, sondern befinden sich in (der) Gesellschaft. Sie treten also bereits auf den Bildern in den Austausch mit anderen Menschen, den es bedarf, um über Ängste zu sprechen, Vorurteile abzubauen und Solidarität zu fördern.

Christoph fordert dazu auf, die frohe Botschaft weiterzutragen: „Mit HIV kann ich leben. Weitersagen!“ Der 32-jährige Berliner Henning bittet sein Gegenüber zum Gespräch: „Mit HIV kann ich alt werden. Noch Fragen?“ Lilian stellt eine entscheidende Frage: „Gegen HIV hab ich Medikamente. Und Solidarität?“ Alle drei wollen sie dazu motivieren, aufeinander zuzugehen, frei und unbefangen über Sexualität und HIV zu sprechen und so voneinander zu lernen. Nur so kann vermittelt werden, dass die meisten HIV-Positiven dank guter Behandelbarkeit heute ein gesundheitlich weitgehend beschwerdefreies Leben führen können. Nicht nur haben sie eine fast vergleichbare Lebenserwartung wie Menschen ohne HIV, die antiretrovirale Therapie drückt die Viruslast im Blut heute sogar soweit, dass eine Weitergabe der Infektion selbst bei kondomlosem Sex so gut wie ausgeschlossen ist und Kinder auf natürlichem Wege gezeugt werden können. Zugleich fordern die Kampagnenmodells zu Solidarität auf, denn nach wie vor erfahren Menschen mit HIV in vielen Lebensbereichen Diskriminierung, Benachteiligung und Stigmatisierung aufgrund ihrer Infektion. Das Anliegen der Kampagne ist deutlich: Wir müssen die Vielfalt der Gesellschaft anerkennen und solidarisch zusammenstehen, nur dann können wir „positiv zusammen leben“. Gerade vor dem Hintergrund der erstarkenden rechtsradikalen Strömungen in Gesellschaft und Politik, die das soziale Klima seit einiger Zeit vergiften wollen, ist es zudem notwendiger denn je, diese Botschaft weiterzusagen.

Weitere Infos unter: welt-aids-tag.de

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