Seit es Medikamente gegen HIV gibt, hat sich der Verlauf der HIV-Infektion stark verändert. Die Medikamente verhindern, dass sich HIV im Körper vermehrt.

Die meisten Menschen mit HIV können daher lange mit dem Virus leben. Zum Stadium Aids muss es nicht mehr kommen.

Anhand regelmäßiger Kontrolluntersuchungen des Blutes können Ärzt_innen den richtigen Zeitpunkt für den Beginn einer Therapie feststellen.

Doch noch immer erfahren viele Menschen erst von ihrer HIV-Infektion, wenn sie mit lebensbedrohlichen Erkrankungen ins Krankenhaus kommen. HIV hat dann schon schwere Schäden angerichtet, die sich teilweise nicht mehr rückgängig machen lassen.

Eine unbehandelte HIV-Infektion kann je nach Mensch sehr unterschiedlich verlaufen. Es lassen sich aber typische Phasen beschreiben.

Ausführliche Informationen zur HIV-Therapie gibt es hier.

Zu Beginn

Kurz nach der Infektion mit HIV vermehrt sich das Virus im Körper besonders stark.

Zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung treten meistens grippeartige Beschwerden auf, zum Beispiel

  • Fieber, Nachtschweiß, Durchfall, Abgeschlagenheit, Lymphknotenschwellungen und Hautausschlag.

Sie verschwinden nach ein bis zwei Wochen von alleine wieder und werden oft fälschlicherweise als Grippe oder Darminfektion gedeutet.

Während dieser ersten Krankheitsphase befinden sich besonders viele Viren in Körperflüssigkeiten wie

  • Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und im Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut.

Achtung: Die Ansteckungsgefahr für Sexpartner_innen ist dann besonders groß.

Bildung von Antikörpern

In den ersten drei Monaten reagiert die körpereigene Abwehr (Immunsystem) auf die HIV-Infektion mit der Bildung von Antikörpern. Sie dienen dazu, Krankheitserreger unschädlich zu machen.

Bei HIV klappt das aber nicht so gut wie zum Beispiel bei Masern oder Mumps. Das Immunsystem kann das Virus zwar einige Zeit in Schach halten, aber nicht besiegen.

Die Antikörper bleiben lebenslang im Körper und lassen sich durch einen Test nachweisen. So lässt sich feststellen, ob jemand HIV-infiziert ist (HIV-Antikörpertest, HIV-Test).

Weitere Entwicklung

In den folgenden Monaten und Jahren vermehrt sich HIV im Körper oft lange Zeit unbemerkt, schädigt dabei aber bereits das Immunsystem und manche Organe. Besonders stark betroffen ist der Darm, der eine wichtige Rolle für die körpereigenen Abwehrkräfte spielt.

Schließlich kommt es vermehrt zu Beschwerden wie Fieber, Nachtschweiß, Durchfall und Lymphknotenschwellungen. Die Anfälligkeit für Krankheiten steigt.

Aids

Wird die HIV-Infektion nicht mit Medikamenten behandelt, kann das Immunsystem irgendwann nicht mehr viel gegen Krankheitserreger ausrichten.

Schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen, Pilzbefall der Speiseröhre oder bestimmte Krebsarten können sich ungehindert entwickeln. Auch das Nervensystem und das Gehirn können von HIV geschädigt werden.

Erst in diesem Stadium der Krankheit spricht man von Aids.

Aids kommt in Ländern mit guter Gesundheitsversorgung heute immer seltener vor.

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