Vor einer Reise sollte man sich informieren, welche Impfungen für das jeweilige Land empfohlen werden und sicherstellen, dass man auch im Reiseland krankenversichert ist.

Außerdem ist es wichtig, Medikamente so zu transportieren, dass sie immer verfügbar sind und keinen Schaden nehmen (zum Beispiel durch zu hohe Temperaturen). Liegt das Reiseziel in einer anderen Zeitzone, ist es wichtig, die Einnahmezeiten der Medikamente anzupassen.

Für den Fall, dass man im Reiseland medizinische Unterstützung benötigt, kann man sich vorher über Behandlungszentren vor Ort informieren. Nicht zuletzt lassen sich manche Infektionskrankheiten im Reiseland vermeiden, wenn man entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einhält.

Impfen

Bei Fernreisen sind oft bestimmte Impfungen erforderlich, zum Beispiel gegen Hepatitis, Typhus oder Tollwut. Manche Impfungen müssen schon Wochen oder Monate vor der Reise durchgeführt werden, damit sie richtig wirken können.

Menschen mit HIV, deren Immunsystem nur wenig geschädigt ist, können in der Regel alle Impfungen problemlos durchführen lassen.
Auch wenn die Schädigung des Immunsystems durch HIV schon weiter fortgeschritten ist, sind die Impfungen normalerweise noch möglich. Bei manchen Impfungen sollte man aber durch einen Bluttest überprüfen, ob sie tatsächlich einen Impfschutz hervorgebracht haben. Ist das Immunsystem schon stark geschädigt, gilt das für alle Impfungen.

Manche Impfungen mit lebendigen Krankheitserregern, zum Beispiel gegen Gelbfieber, sollte man bei stark geschädigtem Immunsystem nicht mehr durchführen. Sie könnten in diesem Fall Krankheiten verursachen.

Über die vor einer Reise erforderlichen Impfungen sollte man immer ausführlich mit dem HIV-Schwerpunktarzt sprechen!

Mitnahme von Medikamenten

Das Wichtigste vorweg: Medikamente gehören ins Handgepäck. Sonst steht man womöglich ohne sie da, wenn mal der Koffer abhanden kommt.

Bei Reisen in warme Länder ist es wichtig, die Vorschriften zur Aufbewahrung zu kennen. Manche Medikamente vertragen keine Temperaturen über 25 Grad. Medikamentenkapseln können bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit verkleben. In heißen Ländern sollten die Medikamente darum gekühlt aufbewahrt werden.

Bei Reisen in Länder außerhalb der Europäischen Union sollte man für den Zoll eine englischsprachige Bescheinigung seines Arztes dabei haben, dass man die Medikamente benötigt. Darin sollte auch der Wirkstoff vermerkt sein. Die Diagnose HIV braucht nicht genannt zu werden.

Bei Ländern mit Einreiseverboten gilt das Gegenteil: Die Medikamente könnten die Zollbeamten auf die HIV-Infektion aufmerksam machen. Es wird empfohlen, die Medikamente nicht in ihren Originalverpackungen zu transportieren.

Zeitverschiebung und Therapie

Fernreisen führen oft in Länder in anderen Zeitzonen. Da die wenigsten Menschen Lust haben, auf Reisen ihre Medikamente zu „unmöglichen Zeiten“ einzunehmen, müssen die Einnahmezeiten der Medikamente rechtzeitig dem Reiseland angepasst werden.

Dabei verschiebt man die Einnahmezeit über einige Tage vor der Reise täglich um jeweils eine Stunde in die gewünschte Richtung, bis die neue Zeit erreicht ist. Eine Stunde Verschiebung verursacht bei einer HIV-Therapie normalerweise keine Probleme.

Wenn man die Einnahme auf einen Schlag um mehrere Stunden verschieben möchte, sollte man sie vorziehen, die Tabletten also nicht später, sondern einige Stunden früher einnehmen. Man hat dann zwar vielleicht etwas stärkere Nebenwirkungen, weil sich zeitweilig mehr Wirkstoff im Körper befindet. Bei späterer Einnahme würde man aber einen zu niedrigen Wirkstoffspiegel riskieren. Das könnte Resistenzbildungen zur Folge haben.

Die richtige Verschiebung der Einnahmezeiten ist darum sehr wichtig. Man sollte unbedingt vorher mit dem HIV-Schwerpunktarzt darüber sprechen.

Gesund bleiben

In manchen Ländern besteht ein erhöhtes Risiko, sich bestimmte Infektion zuzuziehen, etwa Magen-Darm-Erkrankungen, Hepatitis oder Tropenkrankheiten wie Malaria. Es ist empfehlenswert, sich vor der Reise darüber zu informieren, wie man sich vor diesen Krankheiten schützen kann.

Vor manchen Infektionen schützen Impfungen (zum Beispiel vor Hepatitis A und B). Bei anderen kommt es darauf an, den Kontakt mit bestimmten Keimen zu vermeiden, zum Beispiel indem man kein Leitungswasser trinkt und auf bestimmte Nahrungsmittel wie halbgares Fleisch oder rohen Fisch verzichtet.

Bei Malaria muss man gemeinsam mit dem Arzt abwägen, ob eine so genannte Prophylaxe (Vorsorge) mit Medikamenten sinnvoll ist. Diese Prophylaxe kann unangenehme Nebenwirkungen haben, außerdem sind die Wechselwirkungen mit HIV-Medikamenten noch nicht ausreichend erforscht. Die Entscheidung über die Prophylaxe hängt unter anderem davon ab, wie hoch das Malariarisiko im Reiseland ist.

Medizinische Versorgung

Auf Reisen kann leicht mal etwas schief gehen: Die Medikamente kommen abhanden oder der Gesundheitszustand verschlechtert sich aufgrund einer Infektionskrankheit.

Darum sollte man vor  Auslandsreisen in Erfahrung bringen, wo man als HIV-Positiver im Falle eines Falles medizinische Hilfe erhalten kann.  Menschen, die regelmäßig medizinische Unterstützung wie Infusionen benötigen, sollten vor der Reise klären, wo sie diese im Reiseland bekommen können.

Die beste Adresse hierfür ist die Homepage www.aidsmap.org, die bisher leider nur auf Englisch zugänglich ist. Dort kann man weltweit nach Behandlungseinrichtungen im Zielland suchen.

Krankenversicherungen

Vor einer Reise ins Ausland ist es wichtig zu klären, ob man für das Reiseland bereits über die bestehende Krankenversicherung versichert ist. Darüber geben die Beratungshotlines der Krankenkassen Auskunft. Verfügt man noch nicht über Versicherungsschutz, sollte man zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Versicherungen das Risiko HIV mit abdecken.

Innerhalb der Europäischen Union übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse in der Regel die Kosten für medizinisch notwendige Behandlungen. Dabei gelten allerdings die Leistungseinschränkungen und Zuzahlungen des jeweiligen Reiselandes, die oft höher ausfallen als die in Deutschland. Voraussetzung ist außerdem die so genannte Europäische Versicherungskarte, die sich bei der Krankenkasse kostenlos beantragen lässt. Mehr Informationen darüber gibt es hier.

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