Zusammenfassung

Die höchste Schutzwirkung hatte die Truvada-PrEP in zwei Studien mit schwulen Männern, die häufig Sex ohne Kondom hatten.

Studien mit Heterosexuellen oder mit anderen PrEP-Formen wie dem Vaginalring hatten bisher nicht so überzeugende Ergebnisse. Grund war häufig mangelnde „Therapietreue“, das heißt, die Substanzen wurden nicht regelmäßig oder nicht nach Vorschrift eingenommen.

Es könnten aber auch biologische Gründe zum schlechteren Ergebnis beitragen: Manche HIV-Medikamente reichern sich in der Vaginalschleimhaut längst nicht so gut an wie in der Darmschleimhaut.

Forscher_innen arbeiten derzeit an neuen Medikamenten und weiteren Darreichungsformen. Dazu gehören zum Beispiel Vaginalgels, Rektalgels und Vaginaltabletten sowie lang wirkende antiretrovirale Substanzen als Tabletten oder als Depotspritze.

Studien

Zwei Studien belegen eine hohe Schutzwirkung der PrEP bei schwulen Männern, die häufig Sex ohne Kondom haben. Sie werden durch die PrEP so gut geschützt wie durch Kondome.

Bei der PROUD-Studie in Großbritannien nahmen die teilnehmenden Männer eine Tablette Truvada pro Tag.

Bei der IPERGAY-Studie nahmen die Männer vor, während und nach dem Sex Truvada® ein. Da sie sehr oft Sex hatten, kamen sie im Schnitt auf 15 Tabletten im Monat. Bei weniger Tabletten sahen die Forscher_innen die Schutzwirkung der PrEP nicht belegt, obwohl es bei korrekter Einnahme auch dann keine Infektionen gab.

Studien mit heterosexuellen Frauen und Männern hatten bislang keine so überzeugenden Ergebnisse. Allerdings hielten sich viele Teilnehmer_innen nicht an die Einnahmevorschriften.

Aufgrund der aktuellen Studienlage lässt sich also sagen: Die tägliche Einnahme einer Tablette Truvada® schützt so wirksam vor HIV wie Kondome.

Ein Schutz durch die anlassbezogene PrEP ist wahrscheinlich, aber nicht völlig gesichert.

Zukunft

Bis heute ist Truvada® das einzige Medikament weltweit, das für die PrEP zugelassen wurde.

Das Patent für Truvada® läuft voraussichtlich 2017/2018 aus, der Preis wird dann fallen.

Dann können wirkstoffgleiche und deutlich günstigere Produkte anderer Anbieter, sogenannte Generika, auf den Markt kommen.

Forscher_innen testen darüber hinaus andere Wirkstoffe und Darreichungsformen, zum Beispiel Rektalgels, Vaginalringe und -tabletten oder Tabletten und Depotspritzen mit lang wirksamen HIV-Medikamenten.

Ob sich aus den Forschungen tatsächlich neue PrEP-Möglichkeiten ergeben, kann aber heute noch niemand sagen.

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